Wir verwenden Cookies Cookie Details
Wir verwenden Cookies Cookie Details

Gemüseanbau und Brixmessungen

Gemüseanbau nach Snoek (Kurzbetrachtung)

Generelles zur Pflanzendüngung (Ernährung)

Im biologischen Gemüsebau vergessen wir mal die „Düngevorschriften der Industrie und Lehrbücher“.

Was die Pflanze braucht, sind Wasser, Sauerstoff und Stickstoff der Luft, Kohlendioxyd aus der Luft und Boden sowie Kalk. Das sind die wichtigsten Dünger bzw. Nährstoffe, die eine Pflanze benötigt.

Dazu bauen wir eine Humusschicht (5-30%) auf und fügen guten Kompost* (Herbst u. Frühjahr) zu. Dann brauchen wir nur noch eine Nährstoffunausgewogenheit im Boden Ausregulieren, also eine Behebung ausgesprochenen Mangels an speziellen Nährstoffen und eine flüssige Versorgung bei biotischem und abiotischem Stress (s. Bild: Pflanzenmangelerscheinungen, pH-Wert und Brix-Wert-Messung).

Zur Kontrolle, ob alles richtig wächst, nehmen wir Brix-Wert-Messungen vor. Der Brix-Wert sagt uns, ob unsere Maßnahmen richtig sind, ankommen und umgesetzt werden. Dabei wird der Pflanzensaft gemessen. Ca. 90 % sind Zucker und Kohlenhydrate und ca. 10 % organisch gebundene Mineralien und Aminosäuren in großer Zahl sowie Hormone und Enzyme. Hohe Brix-Werte sind also Gradmesser für richtige und gute Ernährung der Pflanzen, hoher Zuckergehalt und viele gebundene Nährstoffe**. Mit dem hohen Gehalt an Nährstoffen ist die Versorgung der Bodenorganismen sowie der beteiligten Biome gewährleistet.

*Kompost sollte Algen und Algenkalk enthalten wegen der Vielzahl an Nährstoffen (> 90) inkl. Humine u. Organismen.

** Beschreibung der Leistungsfähigkeiten von Brix-Wert-Messungen sowie Daten nach Dr. Ingrid Hörner.

Generelles zur Pflanzenstärkung (Biostimulanz)

Zur Pflanzenstärkung werden Pflanzenjauchen, -tees oder -brühen aus verschiedenen Kräuterarten und Heilpflanzen (z.B. Ätherische Öle, sekundäre Pflanzenstoffe) mit oder ohne kleine natürliche Zusätze verwendet. Dazu Algenextrakte, Algenkalke, Kompost- und Humuspräparate und wo notwendig auch Organismen. Erreicht werden sollen und werden die Stärkung der pflanzeneigenen Verteidigungssysteme zur Abwehr von Schädlingen und Umwelteinflüssen. Wenn der Pflanze alle nur möglichen Stoffe zur Verfügung stehen, kann sie sich in den meisten Fällen allein verteidigen. Ohne Hilfe von außen, was ja beabsichtigt wird, um Agrochemie fernzuhalten und gesunde Nährstoffdichte zu erreichen.

Generelles zum Pflanzenschutz

„Pflanzenschutz“ sollte möglichst nur angewendet werden, wenn wirklich notwendig. Chemische und giftige Mittel werden vermieden. Die Tätigkeiten und Konzentrationen gelten der Pflanzenstärkung und vorbeugenden Maßnahmen der Immunabwehr (Pflanzenstoffwechselanregungen durch bioaktive Stoffe, wie Hormone, Enzyme).

Bei drohenden und festgestellten Infektionen werden die gleichen Produkte wie bei der Stärkung verwendet, jedoch höher dosiert und in kürzeren Abständen verabreicht. Den Spritzbrühen können im Bedarfsfalle noch Netzschwefel (Schwefel) und Kupferpräparate zur Verhinderung der Ausbreitung beigefügt oder Biozide in letzter Instanz eingesetzt werden.

Siehe hierzu auch die Snoek Literatur!

Brix-Messungen* im Gemüsebau

Sinn der Maßnahme ist, die Kulturen selbst zeitnah kontrollieren und analysieren, damit man dann die richtigen Aktivitäten entfalten oder vornehmen kann bzw. muss.

Brix- Werte

 

Pflanzenreaktion

0 – 6

sehr schlecht

anfällig für alle Erreger, Schädlinge und Krankheiten

7 und höher

schlecht

pathogene Schimmelpilze, Algen und Pilze können auf der Pflanze nicht wachsen

10 und höher

besser

Pflanzen und Früchte erreichen ein höheres Qualitätsniveau. Die Pflanze kann die Mikroorganismen im Boden versorgen und gleichzeitig das eigene Wachstum und ihre Immunität fördern.

14 und höher

gut

Insekten können den Saft aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht mehr vertragen. Das ist der Beginn einer nährstoff-reichen Nahrung.

Quelle: Brix-Messungen – Vorteile, die Sie kennen sollten von Dr. Ingrid Hörner

Bei Werten unter 10 muss unbedingt was getan werden. Mit gezielten und guten Blattdüngungen kann schnell und viel erreicht werden. Über 10 beginnt die Freude an den Pflanzen. Der Winzer muss immer bestrebt sein, seine grünen Pflanzenteile mindestens auf > 12 zu bringen. Brix-Werte können leicht über 20 steigen. Die Werte sollten nach Möglichkeit über die gesamte Pflanze verteilt (oben/unten) gleiche Werte aufweisen, bei gleicher Sonneneinstrahlung. Gemessen über die gesamte Pflanze und Tageszeit ab 12 Brix sollte die Immunität gegenüber allen Schädlingen ausreichen. Dazu werden die richtigen, inhaltreichen und pflanzenverfügbaren Nährstoffe für Boden und Blatt verabreicht. Algen sind immer die richtige Wahl, dazu noch pflanzenverfügbaren Kalk mit Phosphor, vielen Mineralien und Spurenelementen und eine beste Versorgung ist gewährleistet. Es gilt auch hier der Snoek Grundsatz: „weniger ist mehr“!

Wozu dienen Brix-Messungen während der Vegetation?

Mit den Brix-Wertmessungen (Blutwerte der Pflanzen) werden folgende Probleme erkannt und können rechtzeitig ausgeglichen werden:

1. Blattglanz und -grün sind allein kein Zeichen für gute Ernährung und Zustand der Pflanze.

2. Bestimmung der Vitalität

3. Kalziumversorgung

4. Bor-Mangel

5. P-K Verhältnis

6. Nitratgehalt hoch, niedrige Brix-Werte

7. Bestäubung: Bienen fliegen lediglich Blüten an, die >7 Brix aufweisen

8. Hohe Brix-Werte gleich hohe Photosynthese

9. Je höher die Brix-Werte, umso besser die Lagerfähigkeit und Qualität

10. Hoher Brix-Wert bietet besseren Frostschutz

11. Hohe Werte gleich bessere Versorgung aller beteiligten Organismen

Anmerkungen: * alle Brix–Aussagen entnommen bei Dr. Ingrid Hörner. Gerätekosten ca. 85 €