Saurer Boden
Fliegenpilze im Garten? Was Ihr Boden Ihnen sagen möchte
Wenn im Herbst Fliegenpilze zwischen Ihren Gartenpflanzen, auf Rasenflächen oder in Parkanlagen auftauchen, ist das ein faszinierender Anblick. Für Gartenbegeisterte und Gartenbau-Profis steckt darin jedoch auch ein wichtiger Hinweis: Fliegenpilze wachsen bevorzugt auf sauren Böden und gehen sehr gerne eine Symbiose mit Birken oder Fichten ein. Wenn Sie diese Pilze entdecken, lohnt sich ein genauer Blick auf die Bodenstruktur, denn ein zu niedriger pH-Wert kann das Pflanzenwachstum nachhaltig beeinträchtigen.
Gesunder Boden, prächtige Pflanzen: So bringen Sie Ihren Gartenboden ins Gleichgewicht
Ein saurer Gartenboden macht vielen Nutzpflanzen und Rasenflächen das Leben schwer. Ist der Boden zu sauer, verhärtet er schneller, verschlammt bei Regen und verliert seine natürliche Stabilität. Das Ergebnis: Wichtige Nährstoffe werden ausgewaschen, bevor die Wurzeln sie aufnehmen können, und die Pflanzen verkümmern trotz Düngung.
Auch starker Mooswuchs oder verkümmertes Rasenwachstum sind oft Zeichen dafür, dass das Bodenmilieu aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zeit zu handeln, um Ihrem Boden wieder Luft und Nährstoffe zu schenken.
Meeresalgenkalk: Gezielte Bodenverbesserung mit System
Zur sanften und nachhaltigen Entsäuerung des Bodens bietet Meeresalgenkalk aus den natürlichen Ablagerungen der Meeresalge Lithothamnium calcareum eine wirkungsvolle Lösung. Er versorgt Ihren Boden mit wertvollem Calcium und Spurenelementen.
Während schwere Lehm- und Tonböden spürbar auflockern und mehr Sauerstoff aufnehmen, bringt Kalk auf Sandböden das Bodenleben in Schwung. Das stärkt nachhaltig den Humusaufbau und damit das Speichervermögen des Bodens. Durch den optimalen pH-Wert stehen vorhandene Nährstoffe den Pflanzen wieder leicht zur Verfügung.
Meeresalgenkalk ist geeignet für den ökologischen Landbau gemäß Anhang II Durchführungsverordnung (EU) 2021/1165.
Die Vorteile für Ihren Gartenboden:
- Neutralisiert Bodensäure: Der pH-Wert steigt sanft an. Durch den angehobenen pH-Wert werden pflanzengiftige Schwermetalle im Boden gebunden und für die Wurzeln unzugänglich gemacht.
- Verbessert die Nährstoffaufnahme: In einem ausbalancierten Boden können Ihre Pflanzen die vorhandenen Nährstoffe wieder effizienter nutzen.
- Sorgt für eine krümelige, luftige Bodenstruktur: Calcium wirkt wie eine Brücke zwischen Ton- und Humusteilchen. Der Boden wird locker, speichert Wasser besser und bleibt dennoch stabil – vergleichbar mit der fluffigen, aber festen Struktur eines Vollkornbrötchens. Schwere Lehm- und Tonböden werden dadurch spürbar lockerer und durchlüftet. Auf Sandböden regt die richtige Kalkung das Bodenleben an, was langfristig den Humusaufbau und damit die Speicherkapazität unterstützt.
Richtige Anwendung und Dosierung
Meeresalgenkalk ist als streuwagenfähiges Granulat oder fein zermahlenes Pulver erhältlich. Sie können das Pulver stäuben oder in Wasser gelöst mit der Gießkanne ausbringen. Achten Sie stets auf eine gleichmäßige Verteilung.
Kalken Sie nicht pauschal, sondern testen Sie vorher den pH-Wert Ihres Bodens mit einem einfachen Schnelltest aus dem Fachhandel. Eine Überkalkung regt den Humusabbau zu stark an, was den Boden langfristig auslaugen kann. Um den pH-Wert um 1,0 Punkte zu anheben, benötigen Sie je nach Bodenart zwischen 250 g und 500 g Algenkalk pro Quadratmeter. Beträgt der Düngebedarf mehr als 400 g pro Quadratmeter, teilen Sie die Menge bitte auf zwei Gaben im Abstand von sechs Monaten auf.
- Erhaltungskalkung: Erfolgt, wenn der pH-Wert im optimalen Bereich liegt. Streuen Sie alle drei Jahre etwa 150 Gramm pro Quadratmeter auf Sandböden und rund 200 Gramm auf lehmigen Böden, um Nährstoffverluste auszugleichen.
- Gesundungskalkung: Ist nötig, wenn der pH-Wert zu niedrig ist. Um den Wert um einen vollen Punkt anzuheben, benötigen Sie je nach Bodenart zwischen 250 Gramm und 500 Gramm pro Quadratmeter. Bei Mengen über 400 Gramm pro Quadratmeter teilen Sie die Gabe am besten auf zwei Zeitpunkte im Abstand von sechs Monaten auf.
Sicherheitshinweise
Meeresalgenkalk ist ungiftig. Da feiner Kalkstaub jedoch Augen und Atemwege reizen kann, empfehlen wir, bei der Ausbringung Windstille zu nutzen oder mit dem Wind im Rücken zu arbeiten. Dies schützt auch Ihre Haustiere.
Aufkalkungstabelle
Empfohlene Aufwandmenge in Gramm pro Quadratmeter (g/m²) zur Erreichung des Ziel-pH-Wertes:
|
Gemessener pH-Wert |
Sandboden (Ziel: 6,5) |
Mischboden (Ziel: 7,0) |
Lehmboden (Ziel: 7,0) |
Humusboden (Ziel: 6,0) |
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pH 4,0 |
450 g/m² |
650 g/m² |
800 g/m² |
500 g/m² |
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pH 4,5 |
350 g/m² |
600 g/m² |
700 g/m² |
400 g/m² |
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pH 5,0 |
300 g/m² |
400 g/m² |
600 g/m² |
250 g/m² |
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pH 5,5 |
250 g/m² |
300 g/m² |
500 g/m² |
150 g/m² |
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pH 6,0 |
0 g/m² |
150 g/m² |
200 g/m² |
0 g/m² |
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pH 6,5 |
0 g/m² |
0 g/m² |
150 g/m² |
0 g/m² |
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pH 7,0 |
0 g/m² |
0 g/m² |
0 g/m² |
0 g/m² |
Umrechnungshilfe für Profis und Hobbygärtner: 100 Gramm pro Quadratmeter entsprechen 10 Kilogramm pro 100 Quadratmeter beziehungsweise 1 Tonne pro Hektar (t/ha) für die Landwirtschaft und den GaLaBau.